Start Neues Intern Rollender Glücksbringer für Bedürftige

 

WÖRTH:  Die Aufschrift „Glücksbringer” auf weißem Untergrund fällt sofort ins Auge. Vergangene Woche nahm die Wörther Tafel ihren neuen Kühltransporter in Betrieb. Das Fahrzeug, das mit einem Anschaffungspreis von 44.000 Euro zu Buche schlägt, wurde ausschließlich über Spenden finanziert.


Zum Festakt anlässlich der Einweihung begrüßte Thomas Stuhlik, der Vorsitzende der Wörther Tafel, etliche Vertreter aus dem politischen und öffentlichen Leben sowie zahlreiche Helfer und Ehrenamtliche in der Einrichtung in den Wörther Niederwiesen. Die Freude über das neue Fahrzeug, dessen Aufbau zwei Lade Zonen bietet, eine gekühlte, regelbar von plus 5 bis minus 20 Grad

 

und eine ungekühlte mit einer Zuladung von über einer Tonne ermöglicht, schränkte er in seiner Ansprache ein: „Man muss handeln, denn in Zukunft sollten keine Tafeln mehr nötig sein”, appellierte er.
Für den Aufbau, so Stuhlik, sei ein ursprüngliches Konzept mit drei Zellen aus Kostengründen wieder verworfen worden. Mit der Firma Viessmann, die für die Konstruktion des Aufbaus verantwortlich zeichnet, sei ein verlässlicher Partner gefunden worden.
Den größten Teil der Kosten, nämlich 20.000 Euro, übernahmen die „Stiftunglife”, die seit den frühen 90er-Jahren die Tafeln in Deutschland unterstützt, sowie der Lionsclub Wörth-Kandel. 10.000€ steuerte der Discounter LIDL zu mit seinem Kundenprojekt, Pfandrückgabe zu Gunsten der Tafelbewegung. Je 1000€ spendeten der Elisabethenverein Maximiliansau und die VR Bank Wörth. 10.000 Euro brachte die Tafel aus ihren Rücklagen auf. Über weitere Sponsoren und Spender würde die Tafel sich deswegen sehr freuen, sagte Stuhlik.


Als Schirmherr dankte Wörths Bürgermeister Harald Seiter Stuhlik und dem Helferteam für deren Engagement. Seiter betonte, dass die Wörther Tafel sowohl bei der Stadtspitze als auch in den städtischen Gremien auf einen breiten Rückhalt stoße, der sich auch im Bau des jetzigen Domizils in den Niederwiesen niedergeschlagen habe. Ohne einen konkreten Termin zu nennen, sicherte Seiter zu, dass ein besserer Anschluss der Wörther Tafel an den öffentlichen Nahverkehr in Sicht sei.
Während der Planungen sei öfter die Frage aufgekommen, warum die Wörther Tafel keinen Transporter aus dem Hause Daimler benutze, sagte Werner Beumelburg, Präsident des Lionsclubs Wörth-Kandel und lange Jahre Leiter des Daimler Lastwagenwerks in Wörth. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass die „Stiftunglife” nur mit Ford kooperiere, erläuterte Beumelburg.


Geldpräsente überreichten Landrat Fritz Brechtel (CDU) und SPD-Landtagsabgeordnete Barbara Schleicher-Rothmund. Die Wörther Tafel habe sich „zu einem Erfolgsmodell entwickelt”, attestierte Brechtel. „Sie können manchmal nerven, aber das ist gut so”, lobte Schleicher-Rothmund Stuhliks Engagement.


„Wir sind froh, das Fahrzeug nun auch auf die Straße zu bringen”, verwies André Friedrich (Viessmann) darauf, dass es sich bei dem Transporter um einen Prototyp handle. Das Unternehmen unterstütze bereits seit mehreren Jahren Tafeln. Glückwünsche zur Inbetriebnahme des Fahrzeugs kamen auch von der Karlsruher Tafel, mit der die Wörther Tafel vernetzt ist.


Während der neue Transporter Mischladungen, gekühlte und ungekühlte, transportieren kann ist die geforderte Kühlkette zu 100% eingehalten werden. In Kürze wird die Wörther Tafel demnächst ein Fahrzeug für den Transport von Brot und Brötchen in Betrieb nehmen: einen von der Sparkasse gesponserten Caddy.